Günther Selichar: WERKSCHAU

 

Fotogalerie Wien, Oktober 2020

13.10 bis 14.11.2020

 

Der Katalog erscheint zur Eröffnung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

EIKON 110/111

erscheint am  23.09.20

Sophie Thun, Ausstellungsansicht Secession Wien, 2020

Die Verlängerung der Endlichkeit

Im Bestreben, sämtliche Empfindungen des Lebens zu erleben, ist das bewusste Individuum durch seine körperliche und zeitliche Begrenzung gezwungen, sie in einer konzentrierteren, geistigen Form aufzunehmen.

Man Ray, 1915

 

Wie Man Ray bemerkte, wird der Mensch vom Bewusstsein um seine Endlichkeit dazu angetrieben, die unfassbar vielen Gegebenheiten der Welt seinem eigenen bescheidenen Aufenthalt auf dieser Welt anzupassen. Indem er seine Umwelt bzw. seine Erfahrungen mit dieser Umwelt analysiert, seziert, dokumentiert und konserviert, um sie zu sammeln bzw. Erkenntnisse, die er daraus zieht, aufzuschreiben, zu ordnen und in Beziehungen zueinander zu setzen, wird die Welt für ihn ansatzweise überschaubar.

Der Mensch hat dafür immer elaboriertere „Aufschreibesysteme“ (Friedrich Kittler) und geeignetere Geräte entwickelt, um (nach Ernst Mach) zu Großes oder zu Kleines, zu Schnelles oder zu Langsames fassbar zu machen, hat 

 

 

Ausstellungskatalog Museum der Moderne Salzburg + Kunsthalle Krems

Hg. Thorsten Sadowsky, Florian Steininger

jpc 2020

 

Erscheint Ende Oktober 2020

Enzyklopädien veröffentlicht, Speichermöglichkeiten mit immer größeren Kapazitäten erfunden und für die öffentliche Nutzung Bibliotheken, Archive, Datenbanken etc. angelegt und zugänglich gemacht, damit unsere wachsende Wissensproduktion nicht versiegt. Visionen wie die Paul Otlets, das gesamte Wissen der Menschheit zu versammeln, tauchen in zahlreichen utopischen und dystopischen Romanen auf, etwa in The Giver, wo eine Postkatastrophengemeinschaft aller Erinnerung enthoben vor sich hin lebt, während der Hüter der Erinnerung (so der dt. Titel des Romans) alles Wissen in sich aufbewahrt. – Eine Vision, die heute greifbarer denn je erscheint: „Das Ziel von Google ist es, die Information der Welt zu organisieren und für alle zu jeder Zeit nutzbar zu machen", heißt es unter about.google. 

 

 

 

Auszug aus: Ruth Horak, Die Verlängerung der Endlichkeit. In: Fiona Tan, Mit der anderen Hand, 2020

INTERVIEW PROJECT ABOUT PHOTOGRAPHY

 

Entstanden in der Lehrveranstaltung "Interview" von Caroline Heider mit den Studierenden Muhassad Al-Ani und Erli Grünzweil.

 

 

Abteilung für Angewandte Fotografie und zeitbasierte Medien / Maria Ziegelböck

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Was kann Fotografie? 

What is photography able to?

 

Was kann Fotografie nicht?  

What is photography not able to?

 

Was ist eine Fotografie?

What is a photograph?

 

Welche Fotografie ist Dir besonders im Gedächtnis geblieben? Warum?

Which Image you have remarkable in mind? why?

 

Spielt Dein persönlicher Geschmack eine Rolle in der Bewertung eines Bildes? 

Does personal taste matter when you review / evaluate an image?

 

Kann die Fotografie noch provozieren? 

Can photography still provoke?

 

Wem gehört mein Bild?

Who owns my image?

 

 

 

 

 

 

 

Fotografie – Medium der Arbeit

[…]

Beatrix Zobl und Wolfgang Schneider gießen die Beobachtungen, die sie beim Betreten und Queren eines Raumes oder bei einem kurzen Gespräch gewinnen, in Fotografien. Man spürt, dass sie kommen und gehen konnten, wann und wohin sie wollten. Das Normalobjektiv, mit einem Sehwinkel von ca. 50°, entspricht dabei ebenfalls unserem „normalen“, natürlichen Eindruck, den auch Robbet-Grillet zum Wirt und der Gaststube einnimmt. Ihr Blick ist ein herumschweifender Blick, oft an den konventionellen Kompositionsregeln vorbei auf Umliegendes gerichtet. Sowohl schnell und leise aus der Hand als auch unhandlich und geräuschvoll vom Stativ geschossen, wirken die Kleinbild- wie auch Mittelformatfotografien gleichermaßen zwanglos und unaufdringlich.

 

 

Erst die letzte Serie räumt den Mitarbeitern Raum als Individuen ein, die auch ein Leben außerhalb des Betriebes führen. Trotz Arbeitsbekleidung und ihrem Verbleib am Arbeitsplatz, auf dem sie sich auch sonst aufhalten, deuten nun vor allem Gesichter und Mimik, Körpersprache oder Pose ein wenig die Charaktere an, die Schneider und Zobl zwischen 2007 und 2011 immer wieder getroffen und studiert und dabei kennengelernt haben. Obwohl – nicht anders als bei August Sander – viele anonym oder hinter ihrem Namenskürzel bleiben, repräsentieren sie die verschiedenen Abteilungen und Aufgaben des Betriebes.

 

 

Ruth Horak

 

lesen Sie weiter in: 

Beatrix Zobl / Wolfgang Schneider, COMPANY.

Fotografien und Fragmente über das Arbeiten, De Gruyter edition: angewandte

 

 

 

 

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© Ruth Horak