Previewed - Fotografie aus Wien

"previewed" zeigt Fotogrtafie aus Wien. Fotografie aller 39 AbsolventInnen der vier relevanten Ausbildungsstätten für künstlerische Fotografie aus dem Studienjahr 2010. Diplomarbeiten der beiden Fotoklassen der beiden großen Kunstuniversitäten - der Akademie der bildenden Künste und der Universität für angewandte Kunst - und des fotoK-Lehrgangs sowie Projektarbeiten der Schule für künstlerische Photographie werden in diesem Buch in vier abgeschlossenen Bänden zusammengefasst... (Markus Zahradnik, Hg. und Elisabeth Gottfried, Verlag Eikon)

 

 

Schule für künstlerische Photographie

Ruth Horak

 

Das bemerkenswerteste an dieser privaten Aus­bildungsstätte ist ihre Dichte in jeder Hinsicht: die Größe der Schule (60m2 inkl. Dunkelkammer), der Input (Workshops, Vorträge, Kritik) im Verhältnis zur Länge des Studiums (2 Semester) und die Intensität der Auseinandersetzung – kaum sonst wo bekommt man so viel Fotografie in so kurzer Zeit. So ungewöhnlich der existentielle Auftritt der Schule in dem kleinen Gemeindebau-Atelier ist, so klar war die Motivation von Friedl Kubelka, die 1990, als die staatlichen Kunsthochschulen noch keine Fotoklassen hatten, gemeinsam mit dem Psycho­dramatiker Manfred Macher eine Schule grün­dete, in die sie selbst gerne gegangen wäre, eine Schule, in der die kommerzielle Fotografie mit all ihren Regeln zum gelungenen Foto nichts ver­loren hatte, sondern freies künstlerisches Denken und Experimentieren im Zentrum stand.

 

Was zählt ist das „leidenschaftliche Interesse“ (Friedl Kubelka) am Medium und der Mut zur Tat, z.B. einem Fremden aus nächster Nähe ins Gesicht zu fotografieren, der Mut, sich nicht anzupassen, sondern das Richtige und Schöne auch mal zu un­terlaufen. Anregende Konfrontationen mit immer neuen KünstlerInnen und LektorInnen sowie eine kritische Betrachtung der eigenen Arbeiten sind die zentralen Bereiche der Ausbildung. Unterrichtet haben im Laufe der bis dato 20 Jahre KünstlerInnen wie Nan Goldin, Wolfgang Tillmanns, Boris Mikhailov, Maria Hahnenkamp oder (von anderen Sparten kommend) Niki List, Martin Kippenberger, Julian Schutting u.v.m. (eine Liste aller Unterrich­ten­den finden Sie auf www.schulefriedlkubelka.at. Die Devise lautet, ein möglichst vielseitiges Pro­gramm in einer kurzen Studiendauer anzubieten.

 

Ein Thema, zu dem die Fotografin, Filmemacherin und (vorm.) Psychoanalytikerin Friedl Kubelka ihre StudentInnen immer wieder anregt, ist das Porträt, das mehr als nur die sichtbare Oberfläche zeigt. Eine Reise ins Ich, die auch emotional sein darf. So diskutieren die hier im Buch abgebildeten Beiträge aus der Schule für künstlerische Photographie die Erwartungshaltungen an ein Porträt, in dem sie alternative Parameter wie das Alter Ego, die Vergänglichkeit des Körpers, Riten, Maskierung, Rollen­bilder, Trance, Traum, Schatten, etc. der reinen Repräsentation an die Seite stellen und damit eine Art psychologisches Porträt entwerfen. „Mängel“ wie Unschärfe oder nicht korrigierte Lichtsituationen sind zulässig, weil das Ziel nicht das idealisierte Antlitz ist, sondern die Idee vom Ich mit all seinen Konsequenzen.

 

 

(Ruth Horak unterrichtet zwischen seit 2002 Ge­schichte und Theorie der Fotografie an der Schule)

 

Nachtrag: Die Schule wird in der Zwischenzeit von Anja Manfredi geleitet und ist in die Neubaugasse 64-66 umgezogen

 

 

Martin Vesely, Lichtkonstruktion für die neuen Räumlichkeiten der ,Schule Friedl Kubelka für künstlerische Photographie & unabhängigen Film, Wien‘, 2013
bookdesign: www.schraegstrich.com

 

PREVIEWED - Fotografie aus Wien

Herausgeber | Markus Zahradnik

Autoren | Ruth Horak | Friedl Kubelka | Antje Mayer | Angela Stief

Sprachen | Deutsch / Englisch
Format | 20 x 25 cm

Verlag | Eikon
ISBN | 978-3-902250-57-5
Fadenheftung, 4 Bände, 212 Seiten gesamt

Preis: € 29,90 (inkl. 10% USt)

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Ruth Horak